Intern | Forum | Mitgliedschaft | Kontakt | Impressum


| Chronik

Vereinsgeschichte

SV 1920 e.V. Wilsenroth

 

Aus der Geschichte des Wilsenrother Sportvereins

 

1. Von der Gründung des Vereins bis zum Ausbruch des II. Weltkrieges

1.1 Fußball vor dem I. Weltkrieg

Der Fußballsport wurde im Kreis Limburg erst nach dem I. Weltkrieg (1914–1918) populär. Vor 1914 bestanden in unserm Heimatkreis nur neun Vereine mit Fußballmannschaften. Die neue Sportart war bei der älteren Generation verpönt. »Ein rohes, grobes Spiel,« sagten die einen. »Das gehört sich nicht, in so kurzen Hosen auf dem Spielfeld umherzulaufen«, meinten die anderen. »Ein typisch englischer Sport«, mokierten sich die nationalgesinnten Honoratioren, »was kann auch anderes von der Insel zu uns herüberkommen!«

 

Die Eltern der Spieler jammerten über die kaputten Schuhe. Die Mütter mußten jede Woche die Trikots waschen und bügeln und die Löcher in den Strümpfen stopfen. Die Jugend jedoch war aber von dieser neuen Sportart begeistert. In den ersten vier Jahren nach Kriegsende wurden im Kreis Limburg in 25 Gemeinden Fußball- oder Turn- und Sportvereine gegründet. Meist ging die Initiative dazu von jungen Männern aus, die in englischen oder französischen Kriegsgefangenenlagern das Fußballspiel kennengelernt hatten.

 

1.2 Aller Anfang ist schwer

Gründung des Sportvereins 1920 Wilsenroth

Über die Gründungsversammlung liegt keine Niederschrift vor. Man weiß nur, daß die Versammlung im Frühjahr oder Sommer 1920 im Gasthaus Peter Hörter »Zur Dornburg« stattgefunden hat. Diese Gaststätte war dann auch bis in die 90er Jahre das Vereinslokal des Sportvereins.

 

Den Verein haben gegründet:

Hermann Becker, Johann Brill, Lorenz Fröhlich, Josef Geis, Heinrich Gresser, Heinrich Gutzeit, Alois Hölper, Andreas Hölper, Franz Hörter, Georg Hörter, Josef Hörter, Rudolf Hörter, Karl Hof, Willi Immel, Oswald Jung, Karl Keller, Johann Keller, Willi Kilberg, Johann Luchesi, Josef Plotz, Georg Pistor, Karl Pistor, Peter Pistor, Georg Preis, Franz Preis, Christian Rath, Alfred Ries, Willi Ries, Johann Schlimm, Josef Schlimm, Toni Schmitz, Josef Schönberger, Karl Türk I und Johann Zabel.

 

Josef Schlimm wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt. Er war es auch, der sich mit seinem Bruder Johann, Hermann Becker und Josef Schönberger dafür eingesetzt hatte, daß auch in Wilsenroth ein Sportverein gegründet wurde.

 

Diese vier jungen Männer waren nach dem I. Weltkrieg von den Franzosen aus Metz ausgewiesen worden und zu ihren Verwandten nach Wilsenroth zurückgekehrt. Nach der Vereinsgründung schlossen sich dem SVW noch weitere 31 Erwachsene und 21 Jugendliche an, so daß der Verein im Jahre 1921 bereits 83 Mitglieder aufzuweisen hatte. Mit zwei Seniorenmannschaften und einer Jugendmannschaft schloß sich der SVW dem »Westdeutschen Spielverband« an.

 

Ein Fußballverein ohne Fußballplatz

Der Gemeindevorstand sah sich nicht in der Lage, dem Sportverein ein Gelände zur Verfügung zu stellen, das zu einem Sportplatz hätte ausgebaut werden können. Der Verein war daher auf die Hilfe wohlgesinnter Landwirte angewiesen, die Wiesen im Flurstück »Hinterwies« (ursprünglich: »Hirtenwiese«) am Fuße des Kalsberberges besaßen. War das Heu eingefahren, durften die Fußballspieler in den Jahren 1920 und 1921 dort spielen.

 

Trainiert wurde auf dem ehemaligen »Festplatz« der Gemeinde am Rande der »Litzheck«, der heute Schulhof ist. Vereinsmitglieder bauten das Grundstück zu einem Fußball- und Leichtathletikplatz aus, der Abend für Abend zum Leidwesen der Anrainer von der sportbegeisterten Jugend benutzt wurde. Verbandsspiele konnten hier nicht ausgetragen werden, da das Spielfeld zu klein war.

 

»Inventarium« im Jahre 1921

Aus dem Bericht des Schriftführers Andreas Hölper über die Monatsversammlung am 29. 3. 1921: »Im Vereinslokal werden aufbewahrt: 2 komplette, zerlegbare Tore, 2 Torlatten, 2 Torständer, 6 Eckfähnchen, 1 Stoppuhr, 2 Kugeln (10 bzw. 15 Pfund), 1 Faustball, 1 Pokal, 24 Diplome, 15 Fackeln und 3 Theaterbärte (für die Theaterspieler)

 

Der Ballwart verwahrt:

3 komplette Bälle, 1 Luftpumpe, Packnadeln, Flickzeug, 1 Netz, 2 Schiedsrichterpfeifen und Ballfett.«

 

1.3 Nichts ist dauerhafter als ein Provisorium

Drei gepachtete Parzellen auf der Dornburg werden zu einem Sportplatz.

 

Aus dem Protokoll über die Versammlung am 26. 2. 1921: »Nachdem der zukünftige Spielplatz auf der Dornburg ausgesucht worden war, wurde mit den Eigentümern Josef Schlimm, Johann Hölper und Frau Gg. Pistor Witwe über die Mietentschädigung verhandelt.

 

Der Vorstand einigte sich mit den Grundbesitzern auf eine jährliche Pacht von 800,– Mark (Josef Schlimm 300,– Mark, Johann Hölper 200,– Mark und Ww. Pistor 300,– Mark). Die Mietdauer ist vorläufig ein Jahr, doch wird mit Einverständnis der drei Grundbesitzer die Pachtzeit verlängert.

Der zukünftige Sportplatz liegt im Flurbezirk »Dillgesheck«. Die drei Parzellen sind zusammen 6727 m2 groß, so daß das Spielfeld 90 m lang und 68 m breit sein wird. Für Zuschauer ist noch genügend Raum. Auf dem Platz sind noch viele Arbeiten zu verrichten. Da der Jünglingsverein (Kath. Jugendverein) den Platz mit uns gemeinsam gepachtet hat, so stellt er uns auch seine Mitglieder für die Arbeiten zur Verfügung.

 

Sämtliche Mitglieder werden in zwei Haufen eingeteilt. Die einen arbeiten Montag und Mittwoch unter den Gruppenführern Josef Schlimm und Karl Türk, die anderen Dienstag und Donnerstag unter den Gruppenführern Willi Kilberg und Johann Zabel. Es wurde beschlossen, daß jeder, der in der Woche ohne wichtigen Grund an beiden Arbeitstagen fehlt, 3 Mark, wer nur einmal fehlt, 1 Mark Strafe zahlen muß. Die Arbeiten werden erst dann eingestellt, wenn der Platz bespielbar und das Spielfeld mit einem Geländer aus Holzstangen eingegrenzt ist.

 

Das Gesuch an die Gemeinde, die Pachtsumme für dieses Jahr zu zahlen, wurde abgelehnt. Ein Gesuch an den Landrat wird abgeschickt.« Ab 1923 bezahlte die Gemeinde die Pacht und überließ den Sportplatz den drei Wilsenrother sporttreibenden Vereinen: dem Sportverein, dem Turnverein und dem Jünglingsverein (später DJK – Deutsche Jugendkraft – Reichsverband für Leibesübungen in katholischen Vereinen). Im gleichen Jahre plante die Gemeinde, den sportreibenden Vereinen einen Platz in der Nähe des Wasserhochbehälters in der »Litzheck« zur Verfügung zu stellen. Auf Betreiben der Forstbehörden verweigerte aber der Regierungspräsident die Genehmigung. Der Sportplatz auf der Dornburg blieb daher bestehen. Jedes Jahr mußten die Vereinsmitglieder in ihrer Freizeit Platzarbeiten verrichten, um das Spielfeld einigermaßen in Ordnung zu halten. Erst nach 28 Jahren wird der Spielbetrieb auf der Dornburg eingestellt

 

Östlich des Sportplatzes erstreckte sich der Steinbruch der Fa. Westerwaldbrüche AG, der sich Jahr für Jahr weiter in den Basaltberg ausdehnte. Am 19. 1. 1941 teilte der Vorstand des SVW den Mitgliedern mit, daß erneut der Bau eines neuen Sportplatzes beantragt worden sei. Nach der letzten großen Sprengung in den Westerwaldbrüchen sei die etwa 80 m hohe, fast senkrecht abfallende Steilwand nur noch etwa 30 m vom Sportplatz entfernt. Es war Krieg, an eine Verlegung des Sportplatzes war jetzt nicht zu denken. Die Steinbrüche arbeiteten weiter und rückten immer näher an das Spielfeld heran.

 

1947 sah man endlich ein, daß der Sportplatz auf der Dornburg aus Sicherheitsgründen nicht mehr zu halten war. Im Herbst 1949 fand das letzte Fußballspiel auf der Dornburg statt. Wie viele Fußbälle im Laufe der Zeit über die Steilwand des Steinbruches hinweg in das Betriebsgelände geflogen waren, weiß der Chronist nicht zu sagen.

 

1.4 Im Rahmen des »Westdeutschen Spielverbandes« (1920–1928)

Der SVW, einer der besten Fußballvereine im Oberwesterwaldkreis

Der Sportverein Wilsenroth schloß sich dem »Westdeutschen Spielverband« an, weil die Gemeinden im Oberwesterwaldkreis viel näher bei Wilsenroth liegen als die Ortschaften im Südteil des Kreises Limburg. Waren Auswärtsspiele zu bestreiten, machten sich die Spieler und ihre Anhänger zu Fuß auf den Weg oder fuhren mit Fahrrädern dorthin. Spielte man z.B. in Hachenburg, konnten sie auch den Zug benützen.

 

Die Spieler des SVW in ihrem grün-gelben Dreß verschafften sich aufgrund ihrer Spielstärke bald Respekt, vor allem ihr Vereinsvorsitzender, der »Metzer Jupp«. Er hatte in englischer Kriegsgefangenschaft das Fußballspielen gelernt. »Er war in der Lage«, so ein Augenzeuge, »den Ball über einen ihm sich entgegenstellenden Gegner hinwegzulupfen, und bevor sich der Verdutzte versah, dribbelte der Jupp mit dem Ball hinter ihm weiter.« Bereits 1921 konnte unsere 1. Mannschaft in die A-Klasse des Oberwesterwaldkreises aufsteigen. Ein Jahr später war sie »Westerwaldmeister im Fußball«. Ihre Angstgegner waren Westerburg und Hachenburg. Die Spiele gegen die anderen Vereine wurden meist haushoch gewonnen.

 

1.5 Gesellige Veranstaltungen

Wenn das Geld knapp wurde, spielte man Theater

Im Bericht über die Monatsversammlung vom 28. 10. 1922 heißt es: »Die Versammlung beschloß, im kommenden Winter Theater zu spielen. Die Auswahl der Stücke wurde dem Vorstand überlassen. Er entschied sich für: 1. »Dem Tag entgegen«, 2. »Hunger nach Liebe« und 3. »Der Fußballspieler«.

Nachdem die Textbücher vorlagen, stellte sich heraus, daß einige Mitspieler mit dem 1. Stück nicht zufrieden waren. Auf schnellstem Wege wurde ein anderes beschafft, und zwar: »Mathilde, ein deutsches Frauenherz«. Nach der Vorstellung sollte noch eine Tombola stattfinden. Als Hauptpreis waren zwei Ferkel vorgesehen. Sie waren dem Vereinswirt, das Stück für 120,– Mark, abgekauft worden, mit der Auflage, sie bis zum Tage der Verlosung gratis zu füttern. Einvernehmlich wurde beschlossen, daß das Publikum für einen Sitzplatz 4,– Mark und für einen Stehplatz 2,– Mark zu zahlen hat. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg. Der Vereinskassierer verbuchte einen Reinerlös von 2047,– Mark. (Aber die große Geldentwertung stand schon vor der Tür!)

 

In den folgenden Jahren erfreute die Laienspielgruppe des SVW die Wilsenrother noch öfters mit Theateraufführungen, die stets im Saal der Gastwirtschaft Hörter stattfanden. Der Saal war damals noch nicht um- und ausgebaut und im Vergleich zu heute auch sehr niedrig. Außerdem waren nicht genug Stühle bzw. Bänke vorhanden. So mußten viele Theaterbesucher mit Stehplätzen Vorlieb nehmen. In der »Theatersaison 1931«, in der zwei Vorstellungen eingeplant waren, konnten 80 Stühle gestellt werden, die z.T. bei anderen Gastwirten ausgeborgt worden waren. Ab 1933 hatte laut Versammlungsbeschluß jedes Mitglied jeweils 2 Stühle von daheim in den Theatersaal mitzubringen.

 

Der Fastnachtdienstag war dem SVW vorbehalten

Seit der Gründung des Vereins »gehörte« der Fastnachtdienstag dem Sportverein. Im Vereinslokal fanden »Kappensitzungen« statt, und wer keine Kappe mitgebracht hatte, mußte sich eine für 50 Pfennig an der Kasse kaufen.

 

Jedes Jahr ein Vereinsfest

Über die Veranstaltung am 9. 7. 1922 auf dem Sportplatz auf der Dornburg berichtete der Schriftführer Andreas Hölper in der nächsten Monatsversammlung: »Morgens regnete es in Strömen, so daß wir mit den leichtathletischen Kämpfen erst gegen 7 Uhr beginnen konnten. Die Beteiligung war nicht besonders stark, woran wohl das Wetter schuld war. Gegen 9 Uhr Ende der Leichtathletik. Nach dem Gottesdienst in der Kirche begannen die Fußballspiele. Da das Wetter sich gebessert hatte, meldeten sich viele Vereine an. Es wurde ohne Unterbrechung bis 7 Uhr abends gespielt. Eine halbe Stunde später erfolgte die Preisverteilung. Da sämtliche Diplome nachmittags bereits vorgeschrieben waren, ging die Sache flott vonstatten. 36 Spiele wurden an diesem Tage ausgetragen. In der A-Klasse waren Thalheim, in der B-Klasse Langendernbach und in der C-Klasse der »Jünglingsverein Wilsenroth« jeweils die Sieger. An Startgeld und für Eintrittskarten gingen 6035,– Mark ein. Die Ausgaben betrugen etwa 2000,– Mark.«

 

Mannschaften aus dem Ruhrgebiet und dem Siegener Land bei uns zu Gast

Im Februar 1924 erhielt der Vorsitzende des SVW einen Brief von den »Siegener Sportfreunde«. Eine Mannschaft dieses renommierten Vereins, natürlich nicht die I. Mannschaft, beabsichtigte zu Ostern, einen Ausflug in den Westerwald zu unternehmen und bei dieser Gelegenheit am Ostermontag ein Freundschaftsspiel mit dem SVW in Wilsenroth auszutragen.

In der nächsten Monatsversammlung wurde dies den Mitgliedern bekanntgegeben. Sie beschlossen, die Siegener Mannschaft »auf Stellung von Fahrt und Verpflegung« zu verpflichten.

Die Gäste aus Siegen wurden vom Vorstand und vielen Mitgliedern vom Bahnhof abgeholt und zum Vereinslokal geleitet. Wie der Tag weiter verlief ist im Protokollbuch nicht vermerkt.

Am Pfingstsonntag 1924 empfing der SVW die II. Mannschaft des TUS Duisburg, zu deren Begrüßung sogar eine kleine Musikkapelle engagiert worden war.

Ostern 1925 besuchte eine Mannschaft des Spielvereins Elberfeld unsere Gemeinde.

Einige Wochen später, am Pfingstmontag gastierte hier der Sportverein Velbert.

Zu erwähnen wäre noch, daß zu Pfingsten 1930, – also nach der Vereinskrise –, Lövenich mit zwei Mannschaften auf unserem Sportplatz antreten wollte, so daß der Wilsenrother Verein sich gezwungen sah, für diese Begegnung wieder eine II. Mannschaft aufzustellen.

 

 

1.6 Auf jeden Groschen kam es an

 

Monatsbeiträge und Eintrittsgelder

 

Über die Höhe der Mitgliedsbeiträge und der Eintrittsgelder entschied die Generalversammlung.

Keine leichte Aufgabe – damals wie heute! Einerseits wußte man, daß der Verein seinen Verpflichtungen nachkommen mußte, andererseits durften die Beiträge nicht zu hoch angesetzt werden, sonst bestand Gefahr, daß Mitglieder aus dem Verein austreten und Veranstaltungen schwach besucht werden.

Über die Beitragshöhe im Gründungsjahr liegt uns keine Nachricht vor. Seit September 1922 zahlte ein Mitglied über 17 Jahren im Monat 10,– Mark, ein Jugendlicher unter 17 Jahren 5,– Mark.

 

 

Monatsbeitrag im September 1923: 1 Million Mark

 

Die Geldentwertung hatte bereits im I. Weltkrieg begonnen. Banknoten vor dem Krieg waren durch Goldreserven gedeckt. Als diese verbraucht waren, druckte die Notenpresse weiterhin fleißig Geldscheine. Mit den Steuereinnahmen allein konnte die Regierung die Kriegsführung nicht finanzieren, geschweige denn die hohen Kriegsfolgelasten begleichen.

Wie die Kaufkraft der deutschen Mark sank, zeigt folgende Tabelle:

Preis für 1 kg Brot

im Dezember 1913           26 Pfennig

im Dezember 1918           53 Pfennig

im Dezember 1920          2,37 Mark

im Dezember 1922         163,– Mark

 

Am 10. Januar 1923 rückten französische Truppen in das Ruhrgebiet ein und besetzten es, weil Rückstände in der Kohlenlieferung festgestellt worden waren. Die Reichsregierung rief zum passiven Widerstand auf. Im Ruhrgebiet hörte man auf zu arbeiten. Alle Streikenden und Ausgewiesenen mußten vom Reich unterstützt werden. Die Notenpressen konnten mit der Geschwindigkeit der Geldentwertung nicht mehr Schritt halten.

 

Preis für 1 kg Brot

im Januar 1923          250,– Mark

im Februar 1923          389,– Mark

im März 1923          463,– Mark

im April 1923          474,– Mark

im Mai 1923          482,– Mark

im Juni 1923         1428,– Mark

im Juli 1923         3465,– Mark

im August 1923        69000,– Mark

im September 1923      1512000,– Mark

im Oktober 1923   1743000000,– Mark

im November 1923 201000000000,– Mark

 

Am 26. September 1923 mußte der Ruhrkampf erfolglos abgebrochen werden. Ende November erfolgte die Währungsreform. Eine neue Mark, die sogenannte »Rentenmark« (später »Reichsmark«) wurde eingeführt. 1 RM ersetzte jeweils 1 Billion Papiermark. Mit dem »Wunder der Rentenmark« begann allmählich die wirtschaftliche Erholung Deutschlands.

(Im Juni 1948 erlebten wir in BRD die 2. Währungsreform. 10 »alte« Reichsmark waren jetzt nur noch 1 »neue« Deutsche Mark (DM) wert.)

 

Während der Inflation beschloß der Vorstand folgende Beitragssätze:

1923 11. 1. 15. 3. 4. 5. 28. 6. 23. 9.

über 17 Jahre: 30 M 100 M 500 M 1000 M 1 Mill. M

unter 17 Jahre: 15 M  50 M 200 M  500 M 1/2 Mill. M

 

Auch der Eintrittspreis auf dem Sportplatz schlug Kapriolen. Zahlte man im Dezember 1922 20,– bzw. 10,– Mark für eine Karte, kostete sie einige Monate später 10000,– Mark. Als sich die Inflation ihrem Höhepunkt näherte, führte man eine simple Regelung ein: Der Zuschauer mußte auf dem Sportplatz so viel zahlen, wie an diesem Tage in der Wirtschaft ein Schoppen Bier kostete.

 

 

Nach der Währungsreform

 

In der Versammlung am 23. Dezember 1923 wurde beschlossen:

»Der monatliche Beitrag für Mitglieder über 17 Jahre beträgt 20 Pfennig, für Jugendliche 10 Pfennig.«

 

Die rigorose Senkung der Beiträge hatte ihre Auswirkungen:

Im Februar des folgenden Jahres mußte sich der Verein von zwei Mitgliedern je 15,– Mark leihen.

In der Generalversammlung am 2. 10. 1924 wurde kein Kassenbericht abgegeben. Im Rechnungsjahr 1924/25 betrugen die Einnahmen 356,75 Mark, die Ausgaben 319,75 Mark, bei einem Kassenbestand von 47,– Mark.

In der Generalversammlung am 22. 10. 1926 gab der Kassierer bekannt: »Kassenbestand 6,93 Mark, Schulden 21,– Mark.«

 

 

1.7 Aus den Vereinsstatuten

 

General- und Monatsversammlungen

 

Die Satzungen sahen vor, daß einmal im Jahr eine Generalversammlung und in jedem Monat eine Monatsversammlung stattzufinden hat. Die Teilnahme an den Versammlungen war Pflicht. Wer unentschuldigt fehlte, wurde mit einer Geldstrafe belegt. Nahm ein Mitglied mehrmals hintereinander an den Versammlungen nicht teil, drohte ihm der Ausschluß aus dem Verein.

In den Generalversammlungen hatten der Vorsitzende und die Abteilungsleiter ihre Jahresberichte abzugeben, die Kassenprüfer über die Revision der Vereinskasse zu berichten und die Entlastung des Vorstandes zu beantragen. Nach der Neuwahl des Vorstandes wurden anstehende Maßnahmen besprochen und beschlossen.

Im Mittelpunkt der Monatsversammlungen standen die Berichte des Spielführers über die letzten Verbands- und Freundschaftsspiele und der Terminplan. Die Mitglieder des Spielausschusses stellten die Mannschaften auf. Nachdem die Leichtathleten von den Sportfesten, die sie besucht hatten, berichtet und ihre Probleme vorgetragen hatten, wurden die Anträge und Vorschläge, die aus den Reihen der Mitglieder kamen, behandelt.

Ein Beispiel dazu: In der Versammlung am 26. 2. 1921 wurde aufgrund eines Antrages beschlossen: »Bei jedem Spiel und bei jedem Training ist ein Spielführer zu bestimmen. Diesem hat jeder Spieler Folge zu leisten. Tut er es nicht, so hat der Spielführer das Recht, ja sogar die Pflicht den ihm sich widersetzenden Spieler vom Spiel auszuschließen und bei der nächsten Versammlung Mitteilung davon zu machen. Dann beschließt die Versammlung die Strafe für den betreffenden.«

Mit dieser regen Versammlungstätigkeit wollte man die Mitglieder so eng wie möglich an den Verein binden.

 

 

»Zwangstraining« für Fußballer und Leichtathleten

 

Es war eine bemerkenswerte Leistung der Fußballer und Leichtathleten des Vereins, die sich ihr Brot mit schwerer Arbeit in den Steinbrüchen verdienten und nach Feierabend oft auch noch in der Landwirtschaft tätig waren, daß sie dann noch zweimal in der Woche am Training teilnahmen.

 

Als im Sommer 1921 der Trainingsfleiß etwas nachließ, beschloß man einstimmig:

»Für Dienstag und Donnerstag werden Zwangstrainingsstunden eingeführt. Bei Nichterscheinen wird eine Strafe von 5,– Mark festgesetzt, falls der Spieler sich nicht vorher entschuldigt hat.«

 

Im Juli 1922 wurde dieser Passus noch verschärft:

»Fehlt ein Spieler zweimal hintereinander, wird er aus dem Verein ausgeschlossen.«

 

In dieser Versammlung wurde ein weiterer Beschluß gefaßt, der es verdient, festgehalten zu werden:

»Jeder, der auf dem Festplatz mit einem Vereinsball spielt, wird mit 10,– Mark Strafe belegt. Grundsätzlich darf der Ball nur vom Ballwart herausgegeben werden. Ist er nicht daheim und sind mindestens sechs Mitglieder beisammen, die spielen wollen, so kann der Spielführer ihnen eine schriftliche Genehmigung erteilen, sich den Ball zu holen. Erst dann dürfen die Angehörigen des Ballwartes den Ball herausgeben.«

(Sankt Bürokratius wird sich wohl über diese Anweisungen eins ins Fäustchen gelacht haben!!)

Seit November 1924 fanden in den Wintermonaten die Übungsstunden in dem kleinen und niedrigen Saal der Gastwirtschaft Hörter statt. Wegen der Enge des Raumes und weil für das Saaltraining keine geeigneten Sportgeräte vorhanden waren, waren diese Abende bei den Fußballern und Leichtathleten nicht sehr beliebt.

 

Im Protokoll vom 11. 1. 1927 ist zu lesen:

»Da bei der letzten Trainingsstunde sich die Mitglieder sehr schlecht beteiligten, wurde wiederholt beschlossen, daß sich sämtliche Mitglieder unter 25 Jahren daran beteiligen müssen. Bei dreimaligem Fehlen erfolgt Ausschluß aus dem Verein.«

 

 

Rauchverbot

 

»Sportlern in Spielkleidung ist das Rauchen untersagt, Jugendlichen ist das Rauchen grundsätzlich verboten.

Wer gegen dieses Gebot verstößt und von einem Mitglied ertappt wird, muß von diesem dem Vorstand zur Bestrafung gemeldet werden.«

Eine lange Liste von Geboten, Verboten und Strafmaßnahmen reglementierten damals den Ablauf im Vereinsleben.

Viele dieser Vorschriften sind sicher nur aus dem Zeitgeist heraus zu verstehen und werden heute von unseren jungen Mitgliedern nur mit einem verständnislosen Kopfschütteln zur Kenntnis genommen.

 

 

1.8 Das verflixte 7. Jahr (1927/28)

 

Martin Türk, der sich als Spieler, langjähriges Vorstandsmitglied und Schiedsrichter große Verdienste um den SVW erworben hat, schrieb in seinem Beitrag zur Geschichte des SVW (Festschrift zum 50jährigen Vereinsjubiläum, 1972):

»Erfolgreich verliefen auch die nächsten Jahre, bis 1927/28 eine kleine vereinsinterne Krise eintrat. Bald konnte sie aber dank jüngerer Spieler überwunden werden.«

Da keine schriftlichen Unterlagen vorliegen, ist es sehr schwer, über das »verflixte 7. Jahr« zu berichten.

 

Fest steht:

1. Das letzte Protokoll vor der Krise wurde von Josef Lixenfeld, der damals Schriftführer war, am 8. 9. 1927 angefertigt. (Tagesordnungspunkte: 1. Spielberichte, 2. Sportfest in Müschenbach)

2. Auf der nächsten Seite des Protokollbuches ist die Niederschrift über eine Monatsversammlung am 24. 5. 1928 zu lesen, die Martin Türk verfaßt hat. (Tagesordnungspunkte: 1. Regelung der Beiträge, 2. Arbeiten auf dem Sportplatz,

 

3. Anmeldung beim Gau »Lahn«,

 

4. Festsetzung der nächsten Monatsversammlung

 

Man könnte annehmen, wenn man das Protokollbuch oberflächlich durchblättert, daß zwischen September 1927 und Mai 1928 im Verein nichts Wesentliches geschehen sei.

 

Erst in späteren Protokollen finden sich Hinweise, aus denen hervorgeht,

– daß 1927 eine beachtliche Anzahl von Mitgliedern aus dem SVW ausgetreten ist und sich der DJK-Mannschaft (Deutsche Jugendkraft) angeschlossen hat;

– daß die Vereinskasse des SVW so gut wie leer war;

– daß im SVW ein neuer Vorstand gewählt worden ist, dessen Zusammensetzung nicht erwähnt wird;

– daß der SVW den »Westdeutschen Spielverband« verlassen und sich dem Gau »Lahn« angeschlossen hat;

– daß der Verein einen neuen Namen angenommen hat und jetzt »Sport-Club 1928 Wilsenroth« heißt;

– daß für den »Sport-Club« neue Statuten ausgearbeitet worden sind;

– daß zwischen dem SCW und der DJK ein gespanntes Verhältnis bestanden hat.

 

U.a. kam es auch vor, daß sowohl der Club als auch die DJK zur gleichen Zeit ihre Fußballspiele auf dem Sportplatz auf der Dornburg austragen wollten und sich vier Mannschaften und zwei Schiedsrichter um das Spielfeld stritten.

Die Rivalität zwischen den beiden Vereinen endete jäh, nachdem am 23. Juni 1935 durch eine Polizeiverordnung den konfessionellen Jugendverbänden jegliche Ausübung und Anleitung zu Sport und Wehrsport aller Art verboten worden war.

 

 

1.9 Neuer Anfang im Fußballkreis Limburg

 

Nichts ist überzeugender als Erfolg

 

Die Krise war endgültig überwunden, als die verjüngte Mannschaft nach dem Spieljahr 1928/29 in die I. Kreisklasse Limburg aufgestiegen war und sich in den folgenden Jahren in dieser Klasse auch behaupten konnte.

Das Interesse an der Leichtathletik geht verloren

Während die Fußballmannschaften meist erfolgreich abschnitten, ging es mit der Leichtathletik bergab. Man trainierte zwar noch, besuchte auch hin und wieder ein Sportfest, aber die Leichtathleten aus den anderen Vereinen waren stets besser. Allmählich verlor man die Lust, und von der Leichtathletik war dann viele Jahre im Club nichts mehr zu hören.

 

 

Wirtschaftliche Notjahre

 

Mit dem Zusammenbruch der New Yorker Börse (24. 10. 1929 – »Schwarzer Freitag«) begann eine sich weltweit ausbreitende Wirtschaftskrise. Deutschland geriet durch sie in eine besonders schwierige Lage.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland wuchs von Jahr zu Jahr. Waren im Winter 1929 2,8 Mill. Menschen erwerbslos, so stieg die Zahl der Arbeitslosen 1930 auf 3,2 Mill., im Jahr 1931 auf 4,9 Mill. und erreichte 1933 ihren Höchststand mit über 6 Mill. Arbeitslosen.

Auch die Wilsenrother Steinbrüche blieben von dieser Krise nicht verschont. Sie lagen in diesen Jahren meist von Ende Oktober bis Ostern still.

Diese Rezession mußte auch der Sport-Club berücksichtigen. 1930 sollten die Mitglieder ihre Beiträge in alter Höhe, so gut es ging, bezahlen. 1932 wurden sie gesenkt. Mitglieder, die in Arbeit waren, zahlten pro Monat 30 Pfennig, Arbeitslose 10 Pfennig und erwerbslose Spieler waren vom Beitrag befreit. Im März 1932 wurde für Erwerbstätige der Beitrag auf 20 Pfennig pro Monat ermäßigt.

 

 

Vom »Vereinsvorsitzenden« zum »Vereinsführer«

 

Erinnern wir uns: Am 30. 1. 1933 war Adolf Hitler vom Reichspräsidenten Hindenburg zum Reichskanzler ernannt worden. Am 23. 3. 1933 stimmten im Reichstag außer der SPD alle anderen demokratischen Parteien dem »Ermächtigungsgesetz« zu. (Die kommunistische Partei war schon vorher verboten worden.) Damit war Hitler der Weg zum totalitären Staat verfassungsrechtlich freigegeben worden. Die »Gleichschaltung« konnte beginnen.

 

Auszug aus dem Protokoll der außerordentlichen Generalversammlung am 20. 5. 1933:

»Punkt I: Laut Anwesenheitsliste waren alle Mitglieder erschienen, worüber der Vorsitzende seine Freude aussprach.

Punkt II: Wie der noch kommissarische Gauführer durch Rundschreiben bekannt gibt, soll die Gleichschaltung auch in den Vereinen durchgeführt werden, im Sinne der jetzigen Nationalen Regierung.

Nun wurde zur Wahl des Vereinsführers geschritten, der aber jetzt nicht mehr »Vereinsvorsitzender« sondern »Vereinsführer« heißt.

Der alte Vorsitzende Türk, Anton II wurde einstimmig zum Führer des Clubs gewählt. Sobald die Bestätigung durch den Gauleiter erfolgt ist, ernennt der Vereinsführer seine Vorstandsmitglieder.«

Mit der demokratischen Gepflogenheit, daß die Mitglieder eines Vereins in geheimer Wahl ihren Vorstand wählen, war es nun vorbei. Die Vereinskasse wurde in Zukunft vom Vereinsführer und einem Vertreter des Kreises geprüft.

Schon einige Wochen vorher hatte der Club beschlossen, in sein Programm auch »Geländesport« aufzunehmen. Er umfaßte vormilitärische Ausbildung wie Dauerläufe, Orientierungsmärsche, Tarnen im Gelände, Werfen mit Übungshandgranaten und Schießen mit Kleinkaliber- und Luftgewehren.

 

 

Wilsenroth in die Bezirksklasse

 

Was einheimische Fußballfreunde kaum zu hoffen wagten, trat ein.

 

Spieljahr 1934/35:

Wilsenroth belegte in der Abschlußtabelle der I. Kreisklasse (Gruppe Mitte) hinter Villmar den 2. Platz.

 

Spieljahr 1935/36:

Wilsenroth erkämpfte sich in dieser Klasse den 1. Platz. Bei den Entscheidungsspielen um die Kreismeisterschaft der I. Kreisklasse mußte die Wilsenrother Elf gegen Löhnberg (Oberlahnkreis) und Bad Ems (Unterlahnkreis) antreten.

 

Die Ergebnisse: Wilsenroth : Löhnberg 9:1 Wilsenroth : Bad Ems 9:2

Löhnberg : Wilsenroth 2:1 Bad Ems : Wilsenroth 2:3

Wilsenroth war Kreismeister geworden und nahm nun an den Aufstiegsspielen zur Bezirksklasse teil. Die Gegner in dieser Runde waren Montabaur (Unterwesterwaldkreis) und Idstein (Untertaunuskreis).

 

Die Ergebnisse: Wilsenroth : Montabaur 5:1 Wilsenroth : Idstein 9:2

Montabaur : Wilsenroth 3:2 Idstein : Wilsenroth 1:3

 

Wilsenroth ging als klarer Sieger hervor und spielte in der nächsten Saison in der Bezirksklasse.

Wenn man bedenkt, daß unser Dorf im Jahre 1936 knapp 900 Einwohner hatte, waren die Leistungen der Wilsenrother Mannschaft ein beachtlicher Erfolg.

Im März 1935 führte Hitler die allgemeine Wehrpflicht ein, drei Monate später die Reichsarbeitsdienstpflicht. Rüstungsbetriebe waren erweitert oder neuerrichtet worden und stellten Fach- und Hilfsarbeiter ein.

Die einschneidenden Veränderungen führten dazu, daß einige Stammspieler der Wilsenrother Elf bald nicht mehr zur Verfügung standen. Da in der Bezirksklasse härter gespielt wurde, war die Verletzungsgefahr größer. So verlief Wilsenroths Start in der Bezirksklasse nicht sehr verheißungsvoll, und was viele befürchtet hatten, wurde wahr: Am Ende der Saison 1936/37 stieg Wilsenroth wieder in die I. Kreisklasse ab, in der sie bis zur Einstellung des Spielbetriebs während des II. Weltkrieges verblieb.

 

 

Schwere Zeiten kündigen sich an

 

Am 13. März 1938 erfolgte der Anschluß Österreichs an das Reich. Die Konferenz in München am 19. 9. 1938 beschloß die Abtretung der sudetendeutschen Gebiete an Deutschland. Hitlers Truppen besetzten im März 1939 die Rest-Tschechei. Das »Reichsprotektorat Böhmen-Mähren« wurde errichtet.

Polen lehnte im Frühjahr 1939 Hitlers Forderung ab, Danzig zurückzugeben und einer exterritorialen Verbindung zwischen Ostpreußen und dem Reichsgebiet zuzustimmen. Am 23. August 1939 schlossen Hitler und Stalin einen Nichtangriffspakt.

Sieben Tage später, am 1. September 1939, erfolgte der deutsche Angriff auf Polen. Der II. Weltkrieg hatte begonnen.

 

Der Wilsenrother Sportverein hielt seine letzte Generalversammlung vor dem Kriege am 19. 1. 1939 ab. Sie verlief routinemäßig. Unter diesem Protokoll wurde später ein dicker Strich gezogen und darunter vermerkt:

»Protokolle nicht mehr geführt! Der gesamte Spielbetrieb und der Verein wird von Karl Habel geleitet.«

Während des Krieges kam noch einmal eine Generalversammlung am 1. 1. 1941 zustande. Karl Habel wurde zum Vereinsführer gewählt. Nach der Zusammenkunft wurde dem ehemaligen Vereinsführer Josef Frensch, der sich als Soldat auf Urlaub befand, um seine Agnes zu heiraten, ein Hochzeitsständchen gebracht.

Ab 1. Mai 1941 wurden die Vereinsgeschäfte, da auch Karl Habel zur Wehrmacht einberufen worden war, von Alois Hartmann weitergeführt. In das Protokollbuch wurde nichts mehr eingetragen. Von Zeitzeugen war zu erfahren, daß der Spielbetrieb bis 1944 aufrechterhalten werden konnte. Mit Jugendlichen aus Berzhahn und Gemünden war eine leistungsstarke Spielgemeinschaft entstanden, die über das Kreisgebiet hinaus beachtliche Erfolge erzielte. Das Spielen mit dem Ball wurde eingestellt; der Krieg ging weiter. Am 7. 3. 1945 gelang es den alliierten Truppen, bei Remagen auf der rechten Seite des Rheins einen Brückenkopf zu bilden, da die Brücke nicht rechtzeitig gesprengt worden war.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gab bekannt:

»Aus dem Führerhauptquartier, 27. März: Die Abwehrschlacht im Westerwald hat unsere Front an einigen Stellen durchlöchert. Nach schweren Orts- und Waldkämpfen konnten die Amerikaner bis Altenkirchen vordringen und beiderseits der Autobahn in Richtung Limburg an der Lahn Boden gewinnen.«

Unser Dorf war schon am 26. März kampflos an die Amerikaner gefallen. Seit Wochen hatten alliierte Bombergeschwader unser Umland aufgesucht. Ein Ziel war das Wilsenrother Bahnhofsgelände, auf das mehr als 120 Bomben fielen. Auch über der Dornburg waren Bomben abgeworfen worden.

Einige Jahre später wurden in der Nähe des Sportplatzes auf der Dornburg noch Bruchstücke amerikanischer Bomben gefunden.

 

 

2. Unser Verein nach dem II. Weltkrieg

 

2.1 In den ersten Nachkriegsjahren

 

»Neugründung« des Vereins aufgrund einer Anordnung der US-Militärregierung

 

Am 8./9. Mai 1945 kapitulierte die Deutsche Wehrmacht bedingungslos. Deutschland wurde in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Der Kreis Limburg wurde von der US-Militärregierung dem von ihr neugeschaffenen Land Hessen zugewiesen.

Sehr bald nach Beendigung des verheerenden Krieges versuchte man trotz aller Schwierigkeiten wieder halbwegs normale Lebensverhältnisse herzustellen.

Um die Vereinstätigkeit beim Sportclub Wilsenroth wieder aufzunehmen, fand am 19. 9. 1945 eine Versammlung statt, bei der Alois Türk zum Vereinsvorsitzenden und Karl Habel zum Geschäftsführer gewählt wurden. Martin Türk kümmerte sich um den Spielbetrieb und das Training. Noch im gleichen Jahr wurden mit zwei Senioren- und einer Jugendmannschaft die ersten Spiele bestritten.

Da nach Anordnung der Militärregierung alle Vereine und Verbände mit dem Zeitpunkt der Kapitulation als aufgelöst galten, mußte auch unser Verein Anfang 1946 einen Antrag auf Genehmigung einreichen. Unser Vorstand meldete bei der Militärregierung in Limburg den »Sportverein 1920 Wilsenroth/Erwachsenenverband mit Fußball, einfacher Gymnastik und Körperertüchtigung ab 14 Jahren« an.

Aufgrund einer Anordnung der Militärregierung vom 18. 1. 1947 und einer entsprechenden Mitteilung des Kreissportverbandes Limburg mußte die Jahreszahl »1920« im Namen des Vereins weggelassen werden. Nach einem Jahr hieß unser Verein dann aber wieder »Sportverein 1920 Wilsenroth«.

 

 

Rascher Aufschwung

 

Trotz der vielen materiellen und politischen Schwierigkeiten nahm unser Verein unter den Vorsitzenden Alois Türk, Georg Staudt und Karl Habel (zunächst als Geschäftsführer, ab 1950 zwanzig Jahre ununterbrochen Erster Vorsitzender) einen raschen Aufschwung. Georg Picard, Martin Türk und Stefan Zimmermann standen dem jeweiligen Vorsitzenden bei und waren für eine erfolgreiche Vereinsarbeit unentbehrlich.

Da man vor der Währungsreform (Juni 1948) keine Fußbälle kaufen konnte, mußte ein anderer Weg beschritten werden. Alois Ibel, langjähriger Platz- und Ballwart, schnorrte sich bei Vereinsmitgliedern Kartoffeln zusammen und tauschte sie, drei Säcke voll, für einen neuen Fußball ein.

Kurze Zeit später abonnierten viele Mitglieder eine »Radio-Zeitung«. Als Provision erhielt der Verein einen Satz Trikots, der dringend benötigt wurde.

Am 20. 1. 1946 wurde der Sportkreis Limburg gegründet und der Spielbetrieb neu organisiert.

Unsere 1. Fußballmannschaft sicherte sich einen Platz in der neuen I. Kreisklasse Limburg, der sie dann drei Jahre angehörte.

Wie bereits vor dem Zweiten Weltkrieg hatte der Verein auch in den Nachkriegsjahren eine sehr aktive Theaterspielgruppe, die bis in die fünfziger Jahre mit ihren gelungenen Aufführungen sowohl die finanzielle Lage des Vereins aufbessern half als auch das kulturelle Leben in unserer Gemeinde bereicherte.

Bereits in den ersten Monaten nach Kriegsende probten Willi Immel und Josef Hartmann mit der Theaterspielgruppe, so daß bei der Militärregierung für Sonntag, den 3. 3. 1946 ein Theater- und Tanzabend beantragt werden konnte.

 

 

Frauen gründen eine Handballabteilung

 

Aus dem Protokoll vom 23. 5. 1946 zum Tagesordnungspunkt I. (Frauenabteilung):

 

»Nach langer Aussprache über die Frauenabteilung wurde folgendes beschlossen:

Die Frauenabteilung wird dem Verein angeschlossen. Die Abteilung wird vom Kameraden Tscherner betreut, der das Training durchführt und mit zwei zu wählenden Sportlerinnen die Abteilung beim Verein vertritt.

Hierzu wären zu wählen, eine Obmännin und Stellvertreterin, welche auch gleichzeitig die Beiträge monatlich kassiert und mit dem Vereinskassierer abrechnet.

Der Monatsbeitrag wird auf 30 Pf. festgelegt. An den Vereinsversammlungen nehmen die Frauen nur teil, wenn hierfür ein besonderer Grund vorliegt.«

Zur Obmännin wurde Hildegard Staudt gewählt, Anni Bock führte die Kasse und Paula Schmitz wurde Spielführerin.

Paul Tscherner führte mit den jungen Damen zweimal in der Woche ein konsequentes Training durch und formte innerhalb kürzester Zeit ein spielstarkes und erfolgreiches Team.

Nach jedem Training fand bei Hirtens eine Besprechung statt, in der der Trainer seine taktischen Überlegungen erläuterte.

Zu Auswärtsspielen in Nachbargemeinden gingen die Handballerinnen zu Fuß. Mußten größere Entfernungen zurückgelegt werden, stellte die Fa. Alois Krekel ihren »Holzvergaser-Lkw« zur Verfügung.

Zunächst fanden die Handballerinnen mit ihrem Sport und ihrer Sportkleidung keine allgemeine Zustimmung. Sich als Frau so »freizügig« zu zeigen, war bei so manchem moralisch äußerst bedenklich. Dabei hatten sich die Handballerinnen besonders hoch geschlossene Blusen genäht!

Ihren größten Erfolg hatten unsere Damen im Jahr 1949 . Sie gewannen in Limburg gegen eine Mannschaft aus Wiesbaden das Endspiel um die Bezirkspokalmeisterschaft.

Da in der ersten Zeit nach dem Krieg keine Heimatzeitungen erscheinen durften, wurden alle Spielergebnisse aus den Sportkreisen über Radio Frankfurt verbreitet, also auch Wilsenrother Siege und Niederlagen.

Nachdem Paul Tscherner aus beruflichen Gründen aus Wilsenroth weggezogen war, leitete Horst Blohm noch bis 1952 das Handballtraining. Danach schlief der Frauenhandball in unserer Gemeinde wieder ein.

 

Unsere Tischtennisabteilung – nur eine kurze Episode

 

Durch die Erfolge der anderen Abteilungen animiert, gründeten am 1. 2. 1953 einige Interessierte eine Tischtennisabteilung, die zunächst beim Dörr August (Gastwirtschaft »Zur guten Quelle«), dann im Saal der Vereinswirtschaft ihr Domizil fand.

An Verbandsspielen nahmen die Tischtennisspieler nicht teil, und nach drei Jahren stellten sie auch ihr Training ein.

2.2 Wir bauen einen neuen Sportplatz

 

Planung und Bau des Waldsportplatzes

 

Mit der Zeit rückten die Westerwaldbrüche auf der Dornburg mit ihrem Basaltabbau so nahe an den Sportplatz heran, daß er in Kürze aufgegeben werden mußte.

Deshalb stellte die Gemeinde nach langen Verhandlungen den sporttreibenden Vereinen ein Gelände in der Litzheck oberhalb des Dorfes zur Verfügung.

In den Jahren 1948/49 entstand dort unter Mitwirkung des Turnvereins, der an einem Faustballfeld und an der Leichtathletikanlage interessiert war, in Eigenleistung unser neues Sportplatzgelände.

Unermüdlich waren die Vereinsmitglieder im Einsatz, um die schwierigen Arbeiten zu erledigen. Bevor planiert werden konnte, mußten zunächst zahlreiche Baumstubben und große Felsbrocken mit Hilfe von mehr als 100 kg Sprengstoff aus dem Erdreich herausgesprengt werden. Später wurde mit Loren aus dem Steinbruch auf provisorisch verlegten Schienen der Abraum abtransportiert.

Mit viel Einfallsreichtum – (Georg Kundermann fertigte z.B. ein »Spezialnivelliergerät« an) – wurden alle anstehenden Probleme gelöst und die Arbeiten vorangetrieben.

 

 

Enge Zusammenarbeit zwischen Verein und Schule

 

Leichtere Arbeiten beim Platzbau verrichteten auch die Schüler des 7./8. Schuljahres, die auf ihre Sportstunden verzichteten.

Die Finanzierung gestaltete sich schwierig. Jede Mark wurde gebraucht. So veranstaltete unter anderem der Bauausschuß in Zusammenarbeit mit der Volksschule Wilsenroth am 11. 9. 1949 einen Vergleichskampf zwischen den Nachbarschulen (Leichtathletik, Geräteturnen, Reigen der Mädchen, Fußballspiele und Wettgesang).

Der Reingewinn des Kinderfestes kam je zur Hälfte dem neuen Sportplatz und dem Flüchtlingshaus »St. Georg« zugute.

Insgesamt investierte unser Verein allein im Jahr 1949 rund 32% der gesamten Jahresausgaben für den Platzneubau.

Ursprünglich war für den neuen Sportplatz eine 400 m-Rundbahn vorgesehen, die die Austragung aller leichtathletischen Wettkämpfe erlauben sollte. Schließlich reichte das zur Verfügung stehende Gelände aber nur für eine 333 m-Bahn.

 

 

Einweihung des neuen Platzes

 

Aus dem »Nassauer Bote« 14. 8. 1950:

 

»Festlicher Tag in Wilsenroth

 

Zwei grundverschiedene Ereignisse gaben dem Sonntag das Gepräge in der Westerwaldgemeinde Wilsenroth. Fahnen und Girlanden und ein Blumenteppich vom Wohnhaus zur Kirche schmückten die Hauptstraße, durch die am Sonntagvormittag Neupriester Erwin Hartmann in feierlichem Zuge zur Primiz geleitet wurde.

In der Pfarrkirche zelebrierte er sein erstes heiliges Meßopfer unter starker Anteilnahme der Gemeinde.

Ein schönes Beispiel echter Verbundenheit innerhalb der Gemeinde gab die Weihe des neuen Sportfeldes am Nachmittag. Traditionsreiche Fußballmannschaften, die Meistermannschaft von 1933/34 von Fortuna Düsseldorf und die Traditionsmannschaft der Spfr. Siegen traten gegen zwei kombinierte Wilsenrother Mannschaften an.

In der Pause segnete Pfarrer Reitz den neuen Sportplatz ein. Er sprach über den Wert der sportlichen Ertüchtigung und gab dann das Spielfeld (Anmerkung: das übrigens in den ersten Monaten zum heutigen Platz quer lag) mit den Worten frei: »Auf zum frohen Spiel!«.

 

Ein Versuch, der nichts einbrachte

 

Der Sportplatzbau und die daraus resultierenden Instandhaltungsmaßnahmen belasteten die Vereinskasse außerordentlich. Hinzu kamen auch noch die recht hohen Abgaben an den Hessischen Fußballverband einschließlich der notwendigen Versicherungsprämien. Aufgrund der geographischen Lage entstanden beachtliche Fahrtkosten zu den Auswärtsspielen, und die Platzeinnahmen auf der Dornburg waren spärlich.

Um Unkosten zu sparen, schloß sich der SVW im Jahre 1950 dem Landessportbund »Rheinland« an. Die Vereine des Oberwesterwandkreises liegen näher, und man konnte dort, – wenigstens dem Namen nach –, in einer höheren Klasse spielen. Fünf Nachbarvereine aus dem Kreis Limburg schlossen sich Wilsenroth an. Dieser Vorgang war so spektakulär, daß sich sogar das höchste Organ, der Deutsche Fußballbund, um eine Klärung bemühte. Ohne daß sich die finanzielle Lage beim SV gebessert hatte, kehrten die Vereine bereits nach einer Saison wieder zum Hessischen Fußballverband zurück.

Fortan spielte der Sportverein Wilsenroth im HFV in der B-Klasse Limburg. Im Spieljahr 1955/56 wurde unsere Mannschaft Meister der Gruppe Nord und konnte sich für ein Jahr einen Platz in der A-Klasse sichern.

In den 50er Jahren veranstaltete der SVW alljährlich Fußball-Pokalspiele und lud dazu Nachbarvereine ein. Als Wanderpreis war ein Ölgemälde gestiftet worden, das der einheimische Künstler Josef Kiefer geschaffen hatte. Auf dem Bild ist das Wahrzeichen unserer Heimat, die Dornburg, dargestellt. Der Wanderpreis blieb endgültig im Besitz des SV Ahlbach, nachdem der Verein dreimal Turniersieger geworden war.

 

 

Ausbau der Sportstätte

 

Der Platz wurde 1967 drainiert. Um die Drainagerohre verlegen zu können, mußten erneut Sprengungen ausgeführt werden. Eine dringend notwendig gewordene neue Deckschicht aus rotem Sand wurde 1970 auf den Sportplatz aufgetragen. Sieben Jahren später (1988) mußte sie saniert werden.

Die im Jahre 1964 erstellte Flutlichtanlage, die vier Jahre später ergänzt wurde, reichte zwar aus, um auf dem Platz in den Abendstunden zu trainieren, aber Punktspiele konnten bei der Beleuchtung nicht ausgetragen werden.

Erst seit 1988, nachdem mit Unterstützung des Gemeindebauhofes eine komplett neue Flutlichtanlage errichtet worden ist, können auch offizielle Spiele des Verbandes bei Dunkelheit ausgetragen werden. Auch wurde um den Platz eine Bewässerungsleitung verlegt, in der Brauchwasser für die Platzberieselung bereitgestellt wird.

Jahr für Jahr wurde der Platz weiter ausgebaut. Für die Zuschauer wurden neue Bänke (1964) aufgestellt. Das Spielfeld wurde mit einem stabilen Geländer eingefaßt und hinter dem Süd-Tor ein hohes Ballfangnetz aufgebaut (1965).

 

 

2.3 Damals – der einzige Platz mit Leichtathletikanlagen im Kreis Limburg

 

Gründung einer Leichtathletikabteilung

 

Mit der Fertigstellung unserer Sportanlagen in der Litzheck, »die die Ausmaße eines Olympia-Stadions erreicht« – (eine leichte Übertreibung des »Nassauer Boten«) –, verfügte der SVW in dieser Zeit über eine der größten Sportanlagen weit und breit.

Der Wilsenrother Sportverein war damals der einzige Verein im Kreis, der sich nicht nur intensiv der leichtathletischen Ausbildung seiner Mitglieder widmete, sondern auch das Risiko, größere Veranstaltungen durchzuführen, auf sich nahm. Vorbildliche Trainerarbeit und gute Organisationsleistungen unseres Vereinsmitgliedes Günther Schopf verhalfen unseren Leichtathleten bei Vergleichskämpfen zu beachtlichen Erfolgen. Unter seiner Leitung wurden 1950 die »Dornburg-Kampfspiele« ins Leben gerufen und fortan jährlich ausgetragen.

 

 

Dornburg-Kampfspiele: Starke Felder – prächtige Leistungen – gute Organisation

 

Zu den »I. Dornburg-Kampfspielen« waren Vereine aus dem Lahngebiet und aus dem Westerwald eingeladen worden. Es erschienen aber auch Sportler aus dem Frankfurter, Koblenzer, Kölner und Siegener Raum.

Einheimische Vereine und Firmen hatten wertvolle Wanderpreise zur Verfügung gestellt, die es nun alljährlich bei den Wettkämpfen zu verteidigen oder neu zu erringen galt. Bei den »III. Dornburg-Kampfspielen« 1952 waren 47 Einzeldisziplinen, altersmäßig in Gruppen aufgeteilt, und 10 Staffelwettbewerbe ausgeschrieben. 498 Einzelkämpfer und 39 Staffelmannschaften waren am Start. Besonderes Aufsehen erregte das erstmals in Wilsenroth durchgeführte 5000 m-Bahngehen. Überdurchschnittliche Leistungen erbrachten vor allem die Nachwuchskräfte. Viele Ergebnisse fanden sich in den Bestenlisten der Kreise und Bezirke wieder.

Wilsenrother auf dem »Sieger-Treppchen«

 

Im Jahr 1953 waren unsere Sportler und Sportlerinnen besonders erfolgreich.

 

Die Schülerinnen A und die Schüler A beteiligten sich an den Deutschen Mannschafts-Meisterschaften.

Die Mädchen belegten in ihrer Gruppe den 2. Platz in Hessen, im Bundesgebiet erreichten sie den 20. Rang. Die Jungen standen den Mädchen kaum nach. Sie wurden in Hessen drittbeste Mannschaft und in der DLV-Liste belegten sie den 22. Platz.

 

Am Ende der Saison veröffentlichte der »Nassauer Bote« wie jedes Jahr die offizielle »Kreisbestenliste« und stellte fest:

»Erhebliche Leistungssteigerungen – Weitere Fortschritte sind zu erwarten!«

 

Der SVW war mit 31 Aktiven in der »Kreisbestenliste« vertreten und stand in der Gesamtwertung der Vereine an erster Stelle.

 

 

Leichtathletik oder Fußball?

 

Nachdem 1954 der VfR 19 Limburg seine Sportanlage mit einer 400 m-Rundbahn erbaut hatte, wurde die für die Leichtathletikveranstaltungen gutausgebaute Lahnkampfbahn in dem zentralgelegenen Limburg benutzt. Das Provisorium »Wilsenrother Waldsportplatz« hatte seine Schuldigkeit getan.

Daß langsam, aber sicher unsere LA-Abteilung zum Erliegen kam, hatte aber auch noch einen anderen Grund.

 

Die jungen Wilsenrother Sportler, die sowohl gute Leichtathleten als auch Fußballer waren, mußten sich entscheiden:

»Fußball oder Leichtathletik?« Niemand kann zur gleichen Zeit auf »zwei Kirmessen tanzen«!

 

 

2.4 Unser Vereinsheim – Treffpunkt nicht nur der aktiven Sportler

 

Als auf den Fußballplätzen noch keine Sportheime standen

 

Zu Fuß, später mit ein paar Autos oder einem Bus gelangten die Fußballer zu den auswärtigen Plätzen, um ihre Spiele auszutragen. Den Sportdress, in der Regel stellte der Verein lediglich einheitliche Hemden zur Verfügung, zogen sich die Spieler meist schon daheim an.

Nach dem Spiel saßen sie dann müde und verschwitzt oft noch in der Vereinswirtschaft beisammen, und bei dieser Gelegenheit wurde so mancher »Stiefel« gekippt.

Nur in wenigen Orten bestand die Möglichkeit, daß sich die Gastspieler nach dem Spiel waschen oder gar duschen konnten. Man war schon zufrieden, wenn es im Hof der Wirtschaft eine Pumpe mit Schwengel gab, oder der aufmerksame Vereinswirt einen Trog mit Wasser bereitgestellt hatte.

 

 

Auf sein »Sporthäuschen« mußte der SVW lange warten

 

Als der Wilsenrother Waldsportplatz fertig war und der Verein etwas Geld gespart hatte, beantragte der SVW im Jahre 1953 bei dem Gemeindevorstand, ein Geräte- und Umkleidehaus bauen zu dürfen.

Es dauerte sechs Jahre, bis eine außerordentliche Generalversammlung am 28. 2. 1959 den Bau eines Hauses beschließen konnte. Der Vorschlag, gemeinsam mit dem Turnverein Wilsenroth eine Turn- und Sporthalle zu errichten, fand keine Zustimmung, da ein solches Projekt von der Gemeinde hätte getragen werden müssen. Die Gemeindevertretung hatte aber schon andere Prioritäten gesetzt. Zuerst sollten die Dorfstraßen ausgebaut werden.

 

 

Bau und Einweihung

 

1960 wurde mit dem Bau begonnen.

An Pfingsten 1962 fand die Einweihung statt. Im folgenden Jahr wurde erstmals die Jahreshauptversammlung im neuen Vereinsheim abgehalten.

 

 

Unser Vereinsheim heute

 

Zehn Jahre später wurde das Haus erweitert. Es wurden ein Schank- und ein Abstellraum sowie eine Toilettenanlage angebaut. Der Keller wurde um zwei Lagerräume vergrößert.

Inzwischen wurde eine Küche eingerichtet, eine neue Theke aufgestellt und die Bestuhlung komplett erneuert.

1986 erhielt das Haus eine neue Dachabdeckung und der Dachüberstand wurde erweitert, um den Zuschauern bei schlechtem Wetter besser Schutz zu bieten. Mit der durch den Ortsbeirat vorgenommenen Erweiterung der Toilettenanlage bietet unser Vereinsheim mittlerweile einen ansprechenden Rahmen für Vereins- und Familienfeiern. Da die Umkleide- und Duschräume im Kellergeschoß den heutigen Ansprüchen nicht mehr genügen, ist eine Erneuerung dringend erforderlich. Erste Vorarbeiten sind bereits erfolgt. Mit Unterstützung des Gemeindebauhofes wurde im vergangenen Jahr eine neue Drainage um das Haus verlegt.

 

 

2.5 Erfolgreiche 1. Mannschaft

 

1963: Aufstieg in die A-Klasse – Beginn einer erfolgreichen Serie

 

In den Spieljahren 1959/60 bis 1962/63 belegte die 1. Mannschaft des SVW viermal hintereinander den ersten Platz in der Abschlußtabelle der Gruppe Nord in der B-Klasse Limburg.

Souverän errang unsere Mannschaft 1960 die Gruppenmeisterschaft, die damals umso höher zu bewerten war, da unsere Elf in den letzten Wochen der Meisterschaft unter erheblichen Aufstellungsproblemen zu leiden hatte. Ähnlich wie der deutschen Weltmeisterelf nach dem Sieg in Bern 1954 erging es unserer Mannschaft. Mehr als die Hälfe der Stammspieler litt nämlich unter einer infektiösen Gelbsucht.

Bei den Entscheidungsspielen um die Kreismeisterschaft der Klasse B wurde aber unsere Mannschaft 1960, 1961 und 1962 von den Vertretern der Süd-Gruppe stets besiegt, und Wilsenroth mußte in der B-Klasse bleiben, da in diesen Jahren nur der Kreismeister in die A-Klasse aufsteigen konnte.

Auch im Jahre 1963 hatte sich der SVW mit 128:24 Toren!! und 47:1 Punkten!! den Spitzenplatz in der Nord-Gruppe erkämpft. Dieses Mal – im vierten Anlauf – gelang der Aufstieg. Villmar wurde in zwei spannenden Spielen 4:2 bzw. 3:0 geschlagen.

Nach dem Sieg wurde unsere Mannschaft stürmisch gefeiert. Bürgermeister Willi Kilberg und Klassenleiter Edgar Roth gratulierten zu Titel und Aufstieg. Seit 1963 gehört Wilsenroth ununterbrochen der A-Klasse an, die 1992 in »Bezirksliga Limburg« umbenannt wurde.

 

 

1966/67: Der SVW wird Kreispokal- und Bezirkspokalsieger

 

Der Dezember 1966 nimmt in der Geschichte des SVW einen besonderen Platz ein. Eine Woche nach der inoffiziellen Herbstmeisterschaft sicherte sich unsere Elf um Spielertrainer Josef Luchesi am zweiten Weihnachtsfeiertag bei klarem, sonnigem Winterwetter als zweites A-Klassenteam (nach Limburg 19) den Titel eines Kreispokalmeisters. Vor ca. 2500 Zuschauern besiegten wir im Endspiel den damaligen Gruppenligisten VfR Limburg 07 in Elz völlig unerwartet 3:0.

Im weiteren Verlauf des Pokalwettbewerbes blieb dem SVW das Glück treu. Alle Spiele auf der Bezirksebene fanden auf dem Wilsenrother Platz statt.

Am Fastnachtsamstag wurde der Bezirksligist Dotzheim 1:0 geschlagen.

 

Am Ostersonntag fand dann das Bezirkspokalfinale statt:

Unterliederbach verlor vor ca. 2000 Zuschauern mit 3:1. Dieser Sieg bescherte Wilsenroth zum ersten Mal den Pokal des Bezirkes Wiesbaden.

Wilsenroth spielte auf Landesebene weiter.

Sein nächster Gegner war der Gruppenligist aus Somborn, dem es erst in der Verlängerung gelang, die Westerwälder mit einem 4:2 Sieg aus dem Wettbewerb auszuschalten.

 

 

1968/69: Wilsenroth wird zum zweiten Mal Kreispokalsieger

 

Nachdem unsere Mannschaft in der Saison 1967/68 bereits in der ersten Runde aus der Pokalrunde ausgeschieden war, strengten sich unsere Spieler im folgenden Jahr um so mehr an.

Sie erreichten im Kreis Limburg das Finalspiel und konnten in Elz auf einer 20 cm hohen Schneeauflage Dehrn mit 2:1 bezwingen. Auf der Bezirksebene wurde im ersten Spiel Gruppenligist Unterliederbach in Wilsenroth erneut 1:0 besiegt. Das Bezirkspokalfinale fand in Eltville statt. Trotz aller Gegenwehr wurde unsere Mannschaft von den Rheingauern 3:0 geschlagen, so daß Eltville in diesem Jahr den Bezirkspokal gewann.

 

 

1969/70: Als Kreispokal- und Bezirkspokalsieger im Kampf um den Hessen-Pokal

 

In diesem Spieljahr hatte der SVW die bisher größten Erfolge zu verzeichnen. Nachdem Wilsenroth den VfR Limburg 19 mit 5:0 besiegt hatte, stand am 26. 12. 1969 auf der Lahnkampfbahn das Kreispokalfinale gegen den RSV Würges an. Das Spiel endete nach Verlängerung 2:2 und mußte am 14. 1. 1970 in Elz wiederholt werden. Trotz Verlängerung gab es bei einem Spielstand von 1:1 wiederum keinen Sieger. Nun mußte das Los entscheiden, und Frau Fortuna entschied sich für Wilsenroth, das den Wappenteller des Kreises Limburg endgültig in Besitz nahm.

 

Der erste Gegner auf Bezirksebene war der SV Geisenheim. Da dieses Spiel an einem Wochentag stattfinden mußte, wurde noch schnell am Wilsenrother Sportplatz die Flutlichtanlage ergänzt. Geisenheim wurde mit 2:1 geschlagen. Der nächste Gegner, der nach Wilsenroth kam, war der SV Zeilsheim, der mit einer 6:1-Niederlage die Heimreise antreten mußte. Wilsenroth war zum zweiten Male Bezirkspokalsieger geworden.

 

Der Weg zum Hessenpokalwettbewerb war nun frei. Erster Gegner war Großenlüdern. Der SVW besiegte diese Mannschaft, in der u.a. auch Hessenauswahlspieler mitwirkten, mit 3:1.

Mit dem Hessenligisten SG Westend Frankfurt stellte sich dann das wohl spielstärkste Team in Wilsenroth vor. Trotz heftiger Gegenwehr konnte unsere Elf eine 0:2 Niederlage nicht verhindern.

rotzdem durfte Wilsenroth noch um den 3. Platz in Hessen kämpfen, der zur Teilnahme an der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde-Süd berechtigte.

 

Als Gegner hatte sich der KSV Baunatal qualifiziert, auf dessen Platz das Spiel stattfand. Unsere Elf erzwang mit 2:2 nach Verlängerung ein Wiederholungsspiel auf dem Waldsportplatz. Auch dieses Spiel endete mit einem Remis 1:1. Wieder mußte das Los entscheiden, und diesmal fehlte den Wilsenrothern das berühmte Quentchen Glück; sie mußten aus dem Wettbewerb ausscheiden.

Hätte das Los anders entschieden, wäre in der 1. DFB-Pokalrunde der KSV Hessen Kassel in den Westerwald gekommen. Dieses Spiel wäre das schönste Geburtstagsgeschenk zu dem damals anstehenden 50jährigen Jubiläum des Wilsenrother Sportvereins geworden.

 

 

1981/82: Im Kampf um den Aufstieg in die Bezirksklasse

 

Die Entscheidung im Spieljahr 1981/82 um den Aufstieg in die Bezirksklasse bleibt unvergessen. Nachdem unsere Mannschaft mittwochs ein Nachholspiel gewonnen hatte, mußte sie als Tabellenzweiter und seit elf Spieltagen ungeschlagen am letzten Spieltag (Pfingstsamstag) beim Spitzenreiter Hausen/Fussingen antreten.

Vor 1200 Zuschauern siegte der SVW mit 3:0 Toren und zog damit nach Punkten gleich.

Schon zwei Tage später am Pfingstmontag trafen sich beide Mannschaften zum Stichkampf. 1800 Zuschauer strömten in die Lahnkampfbahn nach Limburg, um der Entscheidung beizuwohnen.

Leider übertrumpfte die Mannschaft der Spielgemeinschaft unsere zwischenzeitliche Führung. Binnen sieben Minuten hatte die SG den Spieß umgedreht und Wilsenroth mit einem 3:1 Sieg aus allen Träumen gerissen.

Hausen/Fussingen stieg in die Bezirksklasse auf, Wilsenroth mußte in der A-Klasse verbleiben.

 

 

2.6 Wir fördern unsere Jugend

 

Zeltlager, die beste Werbung für den Verein

 

1970 veranstaltete der Sportverein erstmals ein Zeltlager für Kinder und Jugendliche. Jahr für Jahr wurden nun auf dem Sportgelände in Wilsenroth die Zelte aufgebaut. 1990 hielt der SVW sein 20. Zeltlager mit einer Rekordbeteiligung von 335 Kindern, Jugendlichen und Eltern ab. Auf dem Zeltplatz am Sportplatz waren 62 Zelte aufgebaut worden. Zu den Teilnehmern gehörten auch Kinder aus befreundeten Vereinen. Zusammengehörigkeitsgefühl und Geselligkeit sind hier keine Worthülsen, sondern sie werden erlebt. Hier liegt der Grundstein für ein kameradschaftliches und konstruktives Miteinander in unserem Verein. Selbstverständlich findet im Zeltlager auch ein Lager-Gottesdienst statt, den meist der aus Wilsenroth stammende »Lagerpfarrer« Pater Erwin Hartmann zelebrierte.

Neben der Programmgestaltung bereitet die Verpflegung der Teilnehmer einiges Kopfzerbrechen. Die Herausforderung, so viele hungrige »Mäuler« satt zu bekommen, wurde bisher von der »Küchen-Mannschaft« glänzend gemeistert.

 

Seit 1991 steht den Lagerteilnehmern ein vereinseigenes Zelt zur Verfügung, das Schutz vor schlechtem Wetter bietet. Eine Investition, die sich auf Dauer lohnen wird. Das Zeltlager des SVW ist seit Beginn eine gelungene Sache; eine Förderung des Nachwuchses und des Vereinslebens, die Schule machen sollte.

 

 

Erst eine, dann zwei, – heute sieben Jugendmannschaften

 

Hatte der Verein in den Anfangszeiten nur eine Jugendmannschaft, so spielten nach dem II. Weltkrieg bis 1967 zwei Jugendmannschaften (A/B-Jugend und Schülermannschaft) für unseren Verein. Gestützt auf die zur damaligen Zeit relativ starken Jahrgänge, setzte sich auch in unserem Verein die Meinung durch, die Jugendlichen entsprechend ihren Altersstufen zu gruppieren und auch schon jüngere Jugendmannschaften zu bilden. So entstand nach und nach eine D-Jugend, eine E-Jugend, eine F-Jugend und als jüngste Gruppe die »Mini-Kicker«, die in der sogenannten »Pampers-Liga« ihre Spiele austragen.

Die kontinuierliche Betreuung unserer Jugendlichen zeigte schon bald nach der Gründung der D-Jugend ihren ersten Erfolg. Die Spieler, die 1967/68 in der D-Jugend begannen, errangen dann als A-Jugendliche die Pokal- und Kreismeister-

schaft.

Leider ist es uns aufgrund der niedrigen Geburtenraten in Wilsenroth seit einigen Jahren nicht mehr möglich, ortseigene Jugendmannschaften im Bereich der A-, B- und C-Jugendklasse aufzustellen.

Mit den Nachbarvereinen Dorndorf und Thalheim wurde daher 1990 eine Jugendspielgemeinschaft gegründet.

Was man zunächst mit einiger Skepsis betrachtete, die Zusammenarbeit zwischen den drei Vereinen funktioniert bisher erfreulich gut.

Seit 1980 spielen auch die Jugendmannschaften aus der Gemeinde Dornburg jeweils in ihrer Spielklasse alljährlich den »Dornburg-Pokal« aus.

 

 

Geschichte des SVW im Zeitraffer

 

Die 20er – Aller Anfang ist schwer

 

1920 Gründungsveranstaltung im Gasthaus Peter Hörter »Zur Dornburg«. Josef Schlimm, »Metzer Jupp«, wird als erster Vorsitzender gewählt. Gespielt wird zunächst auf der »Hinterwies«, in der »Litzheck« (Schulgelände).Die ersten Spiele finden im Rahmen des »Westdeutschen Spielverbandes« (WSV) statt. Die Vereinsfarben sind grün-gelb.

 

1921 Am 1. 5. 1921 nehmen zum erstenmal Leichtathleten des SV an einem Sportfest (in Niederzeuzheim) teil. Die 1. Mannschaft steigt in die A-Klasse des Westerwaldes auf. Ein Jahr später wird sie »Westerwaldmeister«. Auf der Dornburg pachtet der Verein drei Parzellen für einen Sportplatz. Das Gelände wird von den Mitgliedern des Vereins hergerichtet. Der Spielbetrieb wird mit zwei Senioren- und einer Jugendmannschaft aufgenommen.

 

1923 Die Gemeinde bezahlt die Pachtsumme und stellt das Spielfeld den sporttreibenden Vereinen zur Verfügung.

 

1927 Auf Drängen des Landrats wird eine Sanitätskolonne gegründet; Heinrich Gresser meldet sich dazu freiwillig.

 

1927 Interne Krise, finanzielle Probleme, SV 1920 wird abgemeldet; später der Sport-Club 1928 gegründet.

 

1929 Wiederaufstieg in die I. Kreisklasse.

 

Die 30er – Erfolgreich aber ohne Happy-End

 

1936 Unser Verein wird gegen Löhnberg (Oberlahnkreis) und Bad Ems (Unterlahnkreis) Kreismeister der I. Kreisklasse Limburg und nimmt an den Aufstiegsspielen zur Gauliga (Bezirksliga) gegen Montabaur (Unterwesterwaldkreis) und Idstein (Untertaunuskreis) teil. Wilsenroth qualifiziert sich souverän, steigt aber ein Jahr später wieder aus der Gauliga ab, da die Spielstärke wegen Einberufungen zur Wehrmacht leidet. Während dieser Zeit unterstützen Spieler aus Langendernbach und Obersayn unsere Mannschaft.

 

1940 Bis ins Spieljahr 1939/40 spielt unsere Mannschaft in der I. Kreisklasse Limburg.

 

Die 40er – Ein neuer Anfang

 

1944 Der Spielbetrieb wird bis 1944 aufrechterhalten. In den Kriegsjahren kommt es zu einer Jugendspielgemeinschaft mit Berzhahn und Gemünden.

 

1945 19. 9. 45: Versammlung zur Wiederaufnahme der Vereinstätigkeit. Die Militärregierung verfügt, daß alle Vereine als aufgelöst gelten und untersagt sämtliche Aktivitäten. Die Vereine werden neu »gegründet«, auch unser Vorstand stellt Anfang 1946 bei der Militärregierung in Limburg einen Antrag auf Genehmigung des »Sportverein 1920 Wilsenroth/Erwachsenenverband mit Fußball, einfacher Gymnastik und Körperertüchtigung ab 14 Jahren«.

Der Spielbetrieb wird mit einer Senioren- und einer Jugendmannschaft wieder aufgenommen.

Der Verein stellt bei der Gemeinde eine erste Anfrage für den Bau eines neuen Sportplatzes.

 

1946 Bildung einer Frauenhandballabteilung (Feldhandball). Die Abteilung spielt unter den Trainern Paul Tscherner und später Horst Blohm bis 1952.

20. 1. 1946 – der Sportkreis Limburg wird gegründet.

Die 1. Mannschaft sichert sich nach einer Entscheidungsrunde einen Platz in der neugegründeten I. Kreisklasse (A-Klasse) Limburg und spielt dort zwei Jahre lang.

 

1948 In den Jahren 1948/49 wird der Waldsportplatz in Eigenleistung gebaut. Finanzierung: Verkauf von Baumstubben, Verlosung und Einnahmen bei einem Kindersportfest. Darlehen von der Gemeinde, Zuschuß vom Regierungspräsidenten. Der Platz erhält eine 333 m Rundbahn.

 

1949 Der Platz wird am 24. 7. 1949 durch unseren Pfarrer Geistl. Rat Josef Reitz feierlich geweiht. Traditionsmannschaften von Fortuna Düsseldorf und den Sportfreunden Siegen treten gegen Auswahlmannschaften aus unserem Raum an. 1. Mannnschaft steigt in die II. Kreisklasse ab.

 

Die 50er – Neue Aktivitäten

 

1950 Die »Dornburg-Kampfspiele« (Leichtathletikwettkämpfe) werden ins Leben gerufen (Günther Schopf). Anfang der 50er Jahre werden alljährlich »Dornburg-Pokalspiele« (Fußball; 1. Mannschaften) ausgetragen. Unser Verein schließt sich dem Fußballverband Rheinland Kreis Oberwesterwald an.

 

1951 Am 14. 7. 1951 wechselt unser Verein wieder zum HFV.

 

1952 Beim Amtsgericht in Hadamar wird der Verein als e.V. geführt.

 

1953 Gründung einer Tischtennisabteilung. Der Vorstand stellt bei der Gemeinde einen Antrag auf Genehmigung eines Geräte- und Umkleideraumes am Sportplatz.

 

1954 Die Theatergruppe führt »Schimmelmanns Brautschau« auf, jedes Mitglied muß 2 Stühle für die Bestuhlung des Saales mitbringen.

 

1955 Die Tischtennisabteilung wird aufgelöst.

 

1956 Vereinsmitglieder abonnieren eine »Radio-Zeitung«. Dafür erhält der Verein einen Satz Trikots. Die 1. Mannschaft nimmt an dem Spiel um den Aufstieg in die A-Klasse teil und steigt auf.

Die Rundbahn (333 m) wird fertiggestellt.

 

1957 Die 1. Mannschaft steigt ab.

 

Die 60er – SVW und die Pokalspiele

 

1960 Am Waldsportplatz wird mit dem Bau des Vereinsheims begonnen. 1960 Unsere Mannschaft wird 1960 bis 1963 viermal nacheinander Meister der B-Klasse Limburg-Nord und spielt gegen den jeweiligen Vertreter des Südkreises um die Kreismeisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die A-Klasse.

 

1962 An Pfingsten wird das neu errichtete Vereinsheim eingeweiht.

 

1963 Aufstieg in die A-Klasse Limburg. Es findet die erste JHV im Vereinsheim statt.

 

1964 Eine Flutlichtanlage wird errichtet.

 

1967 Im Spieljahr 1966/67 wird die 1. Mannschaft Zweiter der A-Klasse Limburg und gewinnt außerdem gegen den damaligen Gruppenligisten Limburg 07 am 2. Weihnachtsfeiertag 1966 in Elz mit 2:0 den Kreispokal.

 

1967 Gewinn des Bezirkspokals; im Endspiel wird der VfB Unterliederbach mit 3:1 besiegt.

 

1968 Der SVW wird zum zweiten Male Kreispokalsieger (gegen Dehrn 2:1). Die Flutlichtanlage wird fertiggestellt.

 

1969 Es beginnen die Arbeiten für den Anbau am Vereinsheim.

 

Die 70er – SV und seine größten Erfolge

 

1970 Die 1. Mannschaft gewinnt erneut den Kreispokal. Nachdem es im Endspiel gegen den Amateurligisten RSV Würges in zwei Begegnungen trotz Verlängerungen keinen Sieger gibt, ist unsere Mannschaft im Losentscheid die glücklichere. Wilsenroth wird zum zweiten Male Bezirkspokalsieger (6:1 gegen Zeilsheim). Im Wettbewerb um den Landespokal in Hessen kommt unsere Mannschaft unter die letzten vier. Die 1. Mannschaft spielt um den Hessenpokal (FSV und Baunatal).Fertigstellung des Anbaus am Vereinsheim, außerdem wird der Platz ausgebaut (neue Decke). Der SVW bildet für kurze Zeit eine Jugendspielgemeinschaft (A-Jugend) mit Langendernbach.

 

1974 Ein Ballfangnetz wird hinter dem Süd-Tor angebracht.

 

1975 Am Sportplatz werden Bänke montiert. (Die Gemeinde bestellt dafür in Frickhofen 15 Bohlen).

 

1978 Mit Thalheim und Frickhofen zusammen wird eine A-Jugend gebildet. Die Duschen im Vereinsheim werden saniert.

1979 Die 1. Mannschaft wird zum vierten Male Dornburg-Pokalsieger.

 

80er und 90er – Pflege und Investitionen

 

1980 Unsere 1. Mannschaft gewinnt zum 5. Male hintereinander den Dornburgpokal.

 

1984 Das Ballfangnetz wird erneuert.

 

1986 Das Dach des Vereinsheims wird neu gedeckt und der Dachüberstand vergrößert.

 

1988 Sanierung der Lavalitdecke. Der Verein feiert die 25jährige Zugehörigkeit zur Bezirksliga früher A-Klasse.

 

1989 Bau einer neuen Flutlichtanlage und Bewässerungsmöglichkeit für den Platz.

 

1990 Die JSG DTW Dornburg wird gegründet. Unter Leitung des Ortsbeirats wird eine Toilettenanlage an das Vereinsheim angebaut. Erstmals veranstaltet der SV ein öffentliches Skatturnier.

 

1991 Ein Zelt (12 m x 8 m) wird gekauft.

 

1992 Ein Platzsprenger wird angeschafft.

 

1993 Unsere 1. Mannschaft spielt 30 Jahre ununterbrochen in der Bezirksliga früher A-Klasse.

 

 

1. Unsere Vorsitzenden seit Gründung

 

Joseph Schlimm 1920–1921

Georg Pistor 1921–1924

Heinrich Gresser 1924–1925

Franz Hörter 1925

Karl Keller 1925–1928

Anton Türk II 1928–1935

Georg Hilpisch 1935–1936

Josef Frensch 1936–1939

Karl Habel 1939–1945

Alois Türk II 1945–1947

Georg Staudt 1947–1950

Karl Habel 1950–1970

Günter Habel 1970–1972

Karl Habel 1972–1976

Hubert van der Burg 1976–1979

Helmut Heinz 1979–1983

Dieter Immel 1984–1985

Benno Schopf 1986–2000

Ralf Kanty 2000 - 2004

Michael Siebert 2004 - 2016

Achim Immel 2016-

Powered by Website Baker